Ziel 10 - Verantwortung für Gesundheit gemeinsam wahrnehmen

 

Viele verschiedene gesellschaftspolitische Bereiche tragen zu Gesundheit bei. Deswegen soll die Zusammenarbeit aller relevanten Institutionen im Sinne der Gesundheit verbessert werden.

 

Messgröße: Bis 2015 sollen Möglichkeiten der systematischen Zusammenarbeit aufbereitet werden. Bis 2020 liegen erste Praxiserfahrungen aus mehreren Pilotprojekten vor.

 

 

Erläuterungen zum Gesundheitsziel

 

Gesundheit wird stark von Einflussfaktoren außerhalb des Gesundheitsbereiches mitbestimmt. Neben Alter, Geschlecht und den Erbanlagen sind dies die Art der individuellen Lebensweise (z.B. Selbstverantwortung für einen gesunden Lebensstil), die Integration in soziale und kommunale Netzwerke (z.B. Anzahl und Qualität der sozialen Beziehungen), die Lebens- und Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeit/Arbeitslosigkeit) und allgemeine sozioökonomische, kulturelle und Umwelt-Faktoren (sauberes Trinkwasser, Friedenszeiten etc.).

 

Sowohl internationale Organisationen (WHO etc.) als auch die oberösterreichische Bevölkerung erkennen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der gesellschaftspolitischen Bereiche in Bezug auf die Gesundheit (Health in all policies) an.

 

Ein international anerkanntes Instrument zur Bewertung von politischen Entscheidungen, Programmen oder Projekten in Bezug auf ihren Schaden und Nutzen für die Gesundheit der Bevölkerung ist die Gesundheitsfolgenabschätzung. Diese ist eine Kombination aus verschiedenen Verfahren, Methoden und Instrumenten, die es ermöglicht, abzuschätzen, inwieweit sich Maßnahmen, die außerhalb des eigentlichen Gesundheitsbereichs getroffen werden, auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. Ziel der Gesundheitsfolgenabschätzung ist es, EntscheidungsträgerInnen über mögliche Folgen ihres Tuns zu informieren und möglicherweise zu beeinflussen, die negativen Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung zu minimieren und positive Auswirkungen zu maximieren, soziale Ungleichheit zu bekämpfen sowie die Transparenz des Entscheidungsprozesses zu erhöhen. Die Gesundheitsfolgenabschätzung fördert zudem den Dialog zwischen allen beteiligten AkteurInnen, ExpertInnen wie Laien, und kann ein breites Bewusstsein für Gesundheit schaffen.