Ziel 7 - Suchtprävention verstärken

 

Wirksame Suchtprävention setzt auf die Stärkung der Lebenskompetenzen und ist integriert in den Alltag. Sie wirkt sich auf einen verminderten Konsum von legalen (Alkohol und Tabak) und illegalen Drogen sowie auf die Verringerung von Verhaltenssüchten aus. Deswegen soll die Suchtprävention in Oberösterreich verstärkt werden.

 

Messgrößen: Bis 2020 wird die Anzahl der mit suchtpräventiven Maßnahmen erreichten OberösterreicherInnen von derzeit rund 80.000 auf 150.000 jährlich gesteigert.

 

Bis 2020 wird die Anzahl der mit alkoholspezifischen Präventionsmaßnahmen erreichten oberösterreichischen Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren von derzeit rund 3.000 auf 5.000 jährlich gesteigert.

 

Bis 2020 wird der Anteil der oberösterreichischen 15- bis 19-Jährigen, die täglich rauchen, von derzeit rund 35 Prozent auf höchstens 20 Prozent gesenkt.

 

 

Erläuterungen zum Gesundheitsziel

 

Die Adoleszenz ist jene Lebensphase, in der Jugendliche selbständige Konsummuster entwickeln und lernen, mit verlockenden Angeboten adäquat umzugehen. Darunter fällt sowohl der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol als auch der Tabakkonsum. Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft Teil des Kultur- und Sozialverhaltens. Aus diesem Grund ist es von großer Wichtigkeit, Jugendlichen einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol näherzubringen. Viele Jugendliche probieren – oft schon sehr früh – zumindest einmal eine Zigarette. Durch das starke Abhängigkeitspotenzial von Tabak ist es für Jugendliche oft nur ein kurzer Weg hin zum/zur täglichen RaucherIn. Je früher mit dem Rauchen begonnen wird, desto größer sind die negativen Folgen für die Gesundheit.

 

Wirksame Suchtprävention ist integriert in den Alltag und bildet Personen, die in relevanten Lebensumfeldern tätig sind (z.B. LehrerInnen, JugendarbeiterInnen, Schlüsselpersonen in Betrieben, Ehrenamtliche in Gemeinden), zu MultiplikatorInnen aus. Dies sind Personen, die einerseits Kompetenzen im Bereich Suchtprävention besitzen und andererseits die Funktion der Anwaltschaft in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen übernehmen können und somit die Präventionsthemen in alle relevanten gesellschaftlichen Felder hineintragen und umsetzen. Die Umsetzung geschieht sowohl explizit im Rahmen von Präventionsprojekten und –programmen als auch implizit in der alltäglichen Praxis.

 

Ergänzend zu allgemeinen suchtpräventiven Maßnahmen, die bereits im Kleinkindalter beginnen, sollen im Rahmen von Präventionsangeboten die Kompetenzen der Jugendlichen hinsichtlich des Umgangs mit Alkohol und Tabak gefördert werden. Das Zusammenspiel der erforderlichen PartnerInnen ist Voraussetzung für das Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol sowie für das Senken des RaucherInnenanteils in dieser Alterskohorte. Vor allem im Bereich der Tabakprävention ist eine verstärkte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Politikbereiche notwendig. In Oberösterreich ist das vom Land OÖ finanzierte Institut Suchtprävention derzeit der hauptsächliche Anbieter für die Ausbildung von MultiplikatorInnen für die Suchtprävention sowie für Präventionsmaßnahmen in diesem Bereich.