Das Gesundheitsziel 7 wird vorrangig vom Institut Suchtprävention verfolgt. Um einen Überblick über die aktuellen Wirkungsbereiche der oberösterreichischen MultiplikatorInnen in der Suchtprävention zu bekommen, hat das IGP in Kooperation mit dem Institut Suchtprävention im November/Dezember 2015 eine Befragung jener vorgenommen. Die Befragung der MultiplikatorInnen fand nach 2012 bereits zum zweiten Mal statt und ist Teil des Monitorings des Gesundheitsziels 7. Die Ergebnisse werden im 2. Quartal 2016 vorliegen.

 

 

Zum Thema Tabak und Rauchen wurde im Jahr 2014 eine Arbeitsgruppe im IGP gegründet. Ziel der Arbeitsgruppe war es Handlungsempfehlungen auszuarbeiten, die dazu beitragen sollen, dass Kinder und Jugendliche in Oberösterreich erst gar nicht mit dem Rauchen beginnen. Die Arbeitsgruppe hat insgesamt zehn Handlungsempfehlungen entwickelt, die sowohl auf der Verhältnisebene als auch auf der Verhaltensebene angesiedelt sind. Sie betreffen die Bereiche: Verfügbarkeit von Tabakwaren, rauchfreie Umgebung und Suchtpräventionsprogramme. Gemeinsam wurde für jede Handlungsempfehlung eine Einschätzung des Aufwands vorgenommen und konkrete erste Umsetzungsschritte festgelegt.


Derzeitiger Stand:

Teilziel „Bis 2020 wird die Anzahl der mit suchtpräventiven Maßnahmen erreichten OberösterreicherInnen von derzeit rund 80.000 auf 150.000 jährlich gesteigert.“: Im Frühjahr 2012 wurde gemeinsam vom IGP und dem Institut Suchtprävention eine Befragung unter den beim Institut Suchtprävention ausgebildeten MultiplikatorInnen durchgeführt, an der sich 506 Personen beteiligt haben (Beteiligungsquote 13%).

 

Rund 9.500 indirekt erreichte Personen: Von 506 befragten Personen haben innerhalb der letzten 12 Monate 147 Personen (29%) suchtpräventiv relevante Entscheidungen getroffen oder beeinflusst. Damit sind Entscheidungen gemeint, die man beispielsweise als BürgermeisterIn, DirektorIn oder Vorgesetzte/r trifft. Inhalte solcher Entscheidungen können zum Beispiel ein Rauchverbot bei Vereinsveranstaltungen oder günstige Preise für antialkoholische Getränke sein.

 

61 Prozent von den 147 Personen haben Entscheidungen im Setting Schule getroffen, gefolgt vom Setting Betrieb (23%), der außerschulischen Jugendarbeit (21%), der Familie (20%) und dem Setting Gemeinde/Stadtteil (19%). In Summe wurden 9.405 Personen durch suchtpräventive Entscheidungen von MultiplikatorInnen erreicht.

 

Gesamtergebnis: Knapp 50.000 Personen wurden erreicht: Die MultiplikatorInnen, die an der Befragung teilgenommen haben, haben durch direkte suchtpräventive Tätigkeit innerhalb der letzten 12 Monate über 40.100 Personen erreicht. Hinzu kommen über 9.400 Personen, die durch suchtpräventive Entscheidungen von MultiplikatorInnen indirekt erreicht werden konnten. Das heißt, dass alleine die MultiplikatorInnen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, zwischen 40.000 und knapp 50.000 Personen innerhalb der letzten 12 Monate erreicht haben.

 

Hochgerechnet wurden 105.000 Personen erreicht: Um die Ergebnisse besser deuten zu können, wurden zusätzliche Hochrechnungen durch das Institut für Gesundheitsplanung (IGP) auf der Basis der Erhebungsdaten entwickelt, da es unrealistisch ist, dass all jene MultiplikatorInnen, die sich nicht an der Umfrage beteiligt haben, keinerlei suchtpräventive Handlungen gesetzt haben. In einer „hypothetischen Hochrechnung“ wurde eine halbierte „Aktivitätsrate“ der an der Befragung nicht teilgenommenen MultiplikatorInnen angenommen. In Summe käme man bei diesem Szenario auf 105.600 Personen, die direkt oder indirekt durch MultiplikatorInnen suchtpräventiv in Oberösterreich erreicht worden wären. (Quelle: Institut Suchtprävention: FortyFour – Das Präventionsmagazin, Nr. 20, Frühjahr/Sommer 2013).

 

Teilziel "Bis 2020 wird die Anzahl der mit alkoholspezifischen Präventionsmaßnahmen erreichten oberösterreichischen Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren von derzeit rund 3.000 auf 5.000 jährlich gesteigert.“: Im Jahr 2013 wurden 3.794 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren mit alkoholspezifischen Präventionsmaßnahmen des Instituts Suchtprävention erreicht (Quelle: Jahresbericht des Instituts Suchtprävention).

 

Teilziel „Bis 2020 wird der Anteil der oberösterreichischen 15- bis 19-Jährigen, die täglich rauchen, von derzeit rund 35 Prozent auf höchstens 20 Prozent gesenkt.“ Derzeit rauchen  31,4 Prozent der 15- bis 19-jährigen Männer und 35,6 Prozent der 15- bis 19-jährigen Frauen täglich (Quelle: Institut Suchtprävention: OÖ Drogenmonitoring 2015).

 

 

Weitere Infos: Institut Suchtprävention